Die Show des Jahrhunderts

Leseprobe



Seite 99-108

Corona-Krieg in Spanien,
Ursula von der Leyen kündigt Zensur an, Henry Kissinger gibt Gas 

 

Mittlerweile hatte ich meinen Fernseher aus dem  Wohnzimmer geräumt und entschieden, dass er auch nach Corona, sollte es diese Epoche überhaupt irgendwann noch einmal geben, nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Der Kontakt zu meinem Freund von der Umweltschutzgruppe Ecologistas en Acción war nach dem Debakel im März abgebrochen. Er konnte von Glück sagen, dass ich ihn auf WhatsApp nicht direkt blockiert hatte. Mindestens dreimal war ich kurz davor gewesen. Um den Finger ruhig zu halten, musste ich oft meditieren. Trotzdem schickte er mir nun – als Hundehalter durfte er noch kurz mit seiner Rita raus an die frische Luft und eine Gassi-Runde drehen – eine Fotoserie, die das derzeitige, kriegsähnliche Alltagsleben in Spanien dokumentierte. Überall Massen von Polizisten, Soldaten und Legionären auf Straßen und Plätzen, dazu eine Armada von schweren Armeefahrzeugen. Ganz so, als gäbe es kein Morgen mehr. 

Die Fotos machten klar, wer in Spanien gerade das Sagen hatte. Und sie verdeutlichten, dass es für die Bürger schwer war, sich der, von der Regierung und den Propagandamedien verabreichten Gehirnwäsche zu entziehen. Ich leitete die Fotos von den „Helden der Nation“ im Kampf gegen das „tödliche“ Coronavirus an die Gruppe weiter. „Das glaubt keiner in Deutschland, die kaufen immer noch Klopapier“, kommentierte Max. „In Spanien wird eben geklotzt und nicht gekleckert“, wusste Jasmin. Anabel und Beppo fanden die Bilder aus Estepona „beklemmend“. Gleichzeitig verkündeten sie, dass sie auch im eigenen Land faschistische Entwicklungen wahrnehmen würden. In Deutschland waren die Leute mittlerweile dazu übergegangen, sich gegenseitig zu denunzieren. So wurden Fotos von unerlaubten Gruppen oder multiplen Spaziergängern gemacht, um sie dann auf Facebook zu veröffentlichen und die unsolidarischen Sünder anzuschwärzen. 

„Krank!!“, urteilte Jasmin. „Und da stellt sich unsere Rauten-Trulla vor drei Wochen noch hin und sagt vor laufender Kamera, Corona prüfe unsere Herzen“, wütete Anabel. Beppo erwähnte die Zunahme häuslicher Gewalttaten in Corona-Zeiten. „Wenn bei uns in Deutschland bei einer Ausgangsbeschränkung schon die Rate der Gewalt ansteigt, dann will ich nicht wissen, was bei euch los ist?“ „Ja, das ist ein weiterer, für die Regierung völlig unbedeutender Kollateralschaden“, brachte es Jasmin auf den Punkt. Jochen meldete: „Der Hype geht in Deutschland los. Gähnende Leere auf der Autobahn heute früh, Zweitwohnsitz hin oder her. Kontrollen hat es keine gegeben, dafür aber am Strand eine Auseinandersetzung mit den zivilen Ordnungskräften über die Nutzung des Strandes und der Boote.“ Mein Wunsch, dass alle Verantwortlichen der Corona-Inszenierung endlich zur Verantwortung gezogen werden, vertiefte sich.

Der 6. April sollte uns wichtige politische Auftritte bescheren. Angela Merkels Rede an die Nation kam bei uns an, mit der sie schon einige Tage zuvor das Volk beglückt hatte[i]. Darin tat sie kund, dass die Regeln, Einschränkungen und Verbote  „buchstäblich lebenswichtig“ sind. Die Regierung denke „Tag und Nacht“ darüber nach, wann sie die für die Bundesrepublik so beispiellosen Einschränkungen wieder schrittweise aufheben könne. Nun stehe aber der Gesundheitsschutz im Vordergrund, um überfüllte Krankenhäuser mit sterbenden Covid-19-Patienten zu verhindern. Das sei wirklich eine „Herkulesaufgabe“, so die Bundeskanzlerin. Angela Merkel redete mal wieder vollständig an der Realität vorbei, einige Krankenhäuser steuerten schon auf Kurzarbeit zu. Etwa zwei Wochen später sollten deutschlandweit 150.000 Betten leer stehen. 

Aber es sollte uns noch ein wahres Highlight geboten werden an diesem Tag: Der große Auftritt von Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, die 2015, 2016, 2018 und 2019 ebenfalls Gast bei Bilderberg-Konferenzen war. Im hübschen altrosa Jäckchen und weißer Bluse, mit tadelloser Frisur sowie einer dekorativen EU-Flagge im Hintergrund, sprach die CDU-Politikerin zum Thema Fake-News zur deutschen Nation[ii]. „Helfen Knoblauch oder Vitamine gegen Corona? Nein! Erkranken ausschließlich ältere Leute an dem Virus? Nein. Aber solche absurden Falschmeldungen kursieren in den sozialen Netzwerken, und das sind nur zwei Beispiele“, startete sie ihre Propagandarede. Es gebe enorm viele Fake-News zum Coronavirus, nicht nur, aber vor allem online. „Das treibt mich um. Wenn Meinungen manipuliert sind, ist das Grund zur Sorge. Aber hier geht es um Gesundheit. Wir müssen dagegen angehen“, betonte von der Leyen. Wen genau sie mit „wir“ meinte, verriet sie zwar nicht, aber es drängte sich mir der Verdacht auf, dass sie sich auf ihre Mitstreiter Angela Merkel, Jens Spahn, Lothar Wieler, Christian Drosten, die Verantwortlichen der WHO, Bill und Melinda Gates und einige andere verdächtige Kandidaten hinter den Corona-Kulissen beziehen könnte. 

Schnell kam von der Leyen zum Kern ihrer wohl durchdachten Hetzkampagne: „Deshalb arbeiten wir intensiv mit sozialen Plattformen zusammen und fordern diese auf, noch mehr gegen Desinformationen zu tun.“ Die Plattformen würden die Nutzer nun direkt mit den Webseiten des RKI, der WHO oder der Gesundheitsämter verlinken, die vertrauenswürdige (!!!) Inhalte lieferten. „Gefährliche Inhalte“ und irreführende Werbungen sollten dagegen weniger sichtbar gemacht oder gelöscht werden. Doch von der Leyen hatte noch mehr Aufbauendes auf Lager. „Es muss noch mehr getan werden“, verkündete sie, „die sozialen Medien müssen ihre Daten mit Fakten-Checkern und Wissenschaftlern teilen und dadurch helfen, gefährliche Gerüchte frühzeitig aufzuklären. Wir werden die nächsten Schritte der Online-Plattformen begleiten. Die Kommission will beitragen, dass Sie im Zweifelsfall verdächtige Fakten selbst checken können.“ Seit Beginn der Krise gebe es eine Website rund um das Coronavirus, dort könne man Infos darüber finden, wie die EU die Krise manage. 

Diese Aussage war amüsant, denn ich erinnerte mich perfekt daran, wie die EU die Krise am 14. und 15. März völlig kopflos angeschoben hatte. Und es wurde noch humoristischer, denn von der Leyen wagte zu sagen: „Vertrauen Sie den Gesundheitsbehörden, vertrauen Sie der WHO, vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand und der journalistischen Sorgfalt in den Qualitätsmedien.“ Ich konnte es nicht glauben. Bezeichnete diese aalglatte Politikerin die deutschen Propagandagazetten mit ihrer völlig unreflektierten und angstschürenden Berichterstattung gerade als Qualitätsmedien? Von der Leyen beendete ihre Rede genauso, wie sie diese begonnen hatte: hetzerisch. „Diejenigen, die Falschmeldungen verbreiten, wollen Ihnen schaden. Desinformationen könnten Leben kosten. Aber gemeinsam können wir Fake-News bekämpfen.“ Ich war, ehrlich gesagt, fassungslos. Vielleicht sollte Ursula von der Leyen mal anfangen, die Fake-News in den eigenen Reihen zu bekämpfen, mit denen das europäische Volk seit Wochen an der Nase herumgeführt und für dumm verkauft wurde? Nach dieser Rede hatte ich keinerlei Zweifel mehr daran, dass Frau von der Leyen von Moral und Ethik soweit entfernt war, wie der am weitesten entfernte Planet von der Erde. „Welcher war das nochmal“, fragte sich mein gebeuteltes Hirn, das durch Schlaflosigkeit und die eine oder andere Panikattacke, die durch den spanischen Corona-Knast ausgelöst wurde, etwas überstrapaziert war. Die Google-Suche ersparte ich mir, befürchtete ich doch, die Suchmaschine könnte „Helgoland“ ausspucken.

Ab sofort sollte die Kontrolldiktatur im Internet und in den sozialen Medien zu Höchsttouren auflaufen und seltsamste Blüten treiben. Mit von der Leyens Rede an die Nation begann eine noch nie dagewesene Zensur in Europa und dem Rest der Welt. Videos von kritischen Wissenschaftlern, Ärzten und Rechtsanwälten waren schon vorher gelöscht worden, doch jetzt gab es keine Hemmungen mehr. Schon einige Tage zuvor hatte WhatsApp angekündigt, einige Funktionen einschränken zu wollen[iii], so sollte das Weiterleiten von Nachrichten eingeschränkt werden. Begründet wurde die Maßnahme mit dem „gestiegenen Datenverbrauch“. Wie die Qualitätsmedien – übrigens ein Begriff, der beste Chancen auf den Titel „Unwort des Corona-Jahres 2020“ hat – mitteilten, habe sich der Messenger-Dienst zu diesem Schritt entschließen müssen, da sich die Corona-Krise auf alle Zweige des Lebens so stark auswirke. 

WhatsApp sei fester Bestandteil vieler Smartphone-User und gerade jetzt, da die sozialen Kontakte durch die Ausgangsbeschränkungen auf ein Minimum beschränkt seien, nutzten viele den Messenger-Dienst umso intensiver. „Um WhatsApp vor einer Überlastung zu bewahren und mögliche Abstürze der Systeme einzudämmen, wollen die Verantwortlichen den Datenverkehr etwas einschränken“, wurde im Sinne der Netzwerk-Diktatur informiert. Die Seite WABetaInfo teilte mit, dass in Indien bereits erste Maßnahmen ergriffen wurden. Dort war es inzwischen nicht mehr möglich, die Statusmeldungen mit Videos zu versehen, die mehr als 15 Sekunden lang sind.

Weiterhin war zu lesen, dass die Einschränkungen von WhatsApp vermutlich in den kommenden Tagen auf der ganzen Welt ausgerollt werden. Zumindest sei Indien bislang immer eines der ersten Länder gewesen, in dem „neue Features und Begrenzungen“ ausgetestet wurden, bevor sie für alle WhatsApp-User Anwendung fanden. Aktuell sei noch nicht abzusehen, ob es bei diesen Einschränkungen bleibe. Möglicherweise schränke WhatsApp auch andere Funktionen – etwa die Länge allgemeiner Videos, die User verschicken können – vorerst ein. Etwa dann, wenn die Krise weiter andauere. Doch sicher sei: „Sobald die Krise ein Ende findet oder zumindest abflaut, werden die ursprünglichen Features von WhatsApp wiederhergestellt.“ Da lachten ja die Hühner! Und nicht nur die.

Aus der spanischen Ecke erreichte mich an diesem Tag – oh Wunder – tatsächlich mal ein Corona-kritisches Video. Die Ärztin, die es in die Sozialen Netzwerke gestellt hatte, beschäftigte sich darin vor allem mit den psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Ausgangssperre. Gleichzeitig teilte sie mit, dass einige ihrer Videos bereits gelöscht wurden und sie aufgrund vorheriger kritischer Stellungnahmen einen Shitstorm eingefangen hatte. Was die Medizinerin über die psychologischen und sozialen Aspekte äußerte, erschien mir plausibel. Die Statistiken des EuroMomo vom 26. März und den Artikel im New England Journal of Medicine hatte sie aber ganz offensichtlich noch nicht konsultiert. Spanien war weiterhin bis über den Scheitel im Corona-Morast versunken. 

Manchmal stolperte ich im Netz rein zufällig über Kuriositäten, wie auch am 7. April. Auf der Internetseite LifeSiteNews widmete Dorothy Cummings McLean, eine kanadische Journalistin und Schriftstellerin,  dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger einen wohlwollenden Artikel[iv]. Dabei bezog sie sich auf dessen Aussagen im Wall Street Journal. Die Autorin war übrigens nicht die einzige, die sich an diesem Tag zum Sprachrohr Kissingers machte, wie es der „Zufall“ wollte, taten das auch die spanischen Medien[v]. Und alle verwendeten die gleichen Kissinger-Statements – oder der Ex-Außenminister durfte seinen Text gleich selbst schreiben. Schon die Ouvertüre des Artikels hatte es in sich. Das Scheitern bei der Errichtung einer „Neuen Weltordnung“ nach Covid-19 „könnte die Welt in Brand setzen“, wurde Kissinger zitiert. 

Auch der Corona-Standardspruch fehlte nicht: „Die Welt wird nach dem Coronavirus nicht mehr dieselbe sein." Die Regierung der Vereinigten Staaten müsse „das Vertrauen der Öffentlichkeit" aufrechterhalten, forderte der ehemalige US-Außenminister. Zugleich ermahnte er Donald Trump, „einen parallelen Plan für den Übergang zur Post-Coronavirus-Ordnung“ zu starten. Eine wirksame Bewältigung des politischen und gesellschaftlichen Schadens werde internationale Zusammenarbeit erfordern. „Die Staats- und Regierungschefs gehen mit der Krise auf weitgehend nationaler Basis um, aber die gesellschaftsauflösenden Auswirkungen des Virus kennen keine Grenzen", gab der umtriebige 96-Jährige zum Besten. 

Während der Angriff auf die menschliche Gesundheit hoffentlich nur vorübergehend sein werde, könne der politische und wirtschaftliche Umbruch, den er ausgelöst habe, Generationen überdauern. „Kein Land, nicht einmal die USA, kann in einer rein nationalen Anstrengung das Virus überwinden", warnte Kissinger. Die Auseinandersetzung mit den Notwendigkeiten des Augenblicks müsse letztlich mit „einer globalen, gemeinsamen Vision und einem globalen gemeinsamen Programm“ einhergehen. Wenn dies nicht gelinge, müsse man „dem Schlimmsten“ ins Auge sehen. Die USA müsse die Führungsrolle in diesem globalen Unterfangen übernehmen, ebenso wie sie es beim Wiederaufbau Westeuropas nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs getan habe. 

Interessant erschien mir, dass Kissinger die Corona-Krise mit dem Zweiten Weltkrieg verglich. Denn in den vergangenen Tagen hatte ich häufiger das Gefühl gehabt, mich mitten im Dritten Weltkrieg zu befinden. Anders, perfider, aber ebenso unmenschlich und skrupellos. Dann kam Kissinger zum Kern seiner Botschaft: „Die USA ist zu großen Anstrengungen in drei Bereichen verpflichtet. Erstens müssen wir die globale Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten stärken. Zweitens müssen wir neue Techniken und Technologien zur Infektionskontrolle und entsprechende Impfstoffe für große Bevölkerungsgruppen entwickeln. Drittens müssen Städte, Staaten und Regionen sich konsequent darauf vorbereiten, ihre Bevölkerung durch Vorratshaltung, kooperative Planung und Erforschung an den Grenzen der Wissenschaft vor Pandemien zu schützen.“ Erstaunlich war, dass Kissinger ganz so tat, als sei er immer noch der amtierende Außenminister der USA. Oder vielleicht sogar der ganzen Welt? 

Auch dieses „wir“, das er ständig benutzte, löste wieder einmal ein unangenehmes Gefühl aus. Wer also war „wir“? Die diktatorisch verwalteten Bürger jedenfalls nicht. Als nächstes wies Kissinger den US-Präsidenten Donald Trump an, „danach zu streben, die Wunden der Weltwirtschaft zu heilen", die, wie er anmerkte, im Gegensatz zu allem stehen, was aus der Geschichte bekannt ist. „Die Programme sollten auch darauf abzielen, die Auswirkungen des drohenden Chaos auf die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen der Welt zu lindern", fügte Kissinger hinzu. 

Dass sich der ehemalige US-Außenminister, der seine Karriere mit unzähligen Leichen gepflastert hat, um die verwundbaren Bevölkerungsgruppen sorgte, wagte ich zu bezweifeln. Aber dann kam der Clou, denn Kissinger sagte: „Die Gründungslegende der modernen Regierung ist eine ummauerte Stadt, die von mächtigen Herrschern geschützt wird. Manchmal despotisch, manchmal wohlwollend, aber immer stark genug, um das Volk vor einem äußeren Feind zu schützen.“ Und er drohte, anders konnte man das nicht nennen, dass ein Scheitern bei der Kontrolle des Coronavirus oder beim Aufbau der Weltordnung nach dem Coronavirus zu einer „globalen Katastrophe“ führen könnte. Der letzte Satz dieses eindeutig manipulierten Artikels – so blöd konnte ja keiner sein, als dass er das nicht erkannte, war die Kissinger-Aussage, mit der die Autorin ihren Erguss so einfühlsam begonnen hatte: „Ein Scheitern könnte die Welt in Brand setzen." Übrigens wurde Henry Kissinger, der als nationaler Sicherheitsberater und Außenminister der Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford fungierte und sich später als Berater von Führungskräften aus Politik und Wirtschaft profilierte, in Fürth in Deutschland geboren. 1973 erhielt er den Friedensnobelpreis, weil er mit dem Führer Nordvietnams, Le Düc Tho, den Friedensvertrag im Vietnam-Krieg aushandelte. Auch Le Düc Tho sollte mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden, lehnte diesen aber ab, weil dieser grausame Krieg zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht beendet war. Um ehrlich zu sein, nach all dem, was ich mittlerweile über Kissinger erfahren hatte, wunderte ich mich doch sehr über die Kriterien bei der Vergabe von Nobelpreisen.


[i] https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/bulletin/rede-von-bundeskanzlerin-dr-angela-merkel-1739802

[ii]  https://www.youtube.com/watch?v=5anpUCsURlw

[iii] https://www.chip.de/news/WhatsApp-Messenger-schraenkt-erste-Funktion-ein_182585538.html

[iv] https://www.lifesitenews.com/news/kissinger-failure-to-establish-post-covid-new-world-order-could-set-the-world-on-fire

[v] https://www.elconfidencial.com/mercados/the-wall-s



Seite 142-147

Bill Gates, der Ostermessias

 

In der Osterwoche geisterte Bill Gates verstärkt durch die spanischen und deutschen Medien. Jeden Tag wurde dem vermeintlichen Gutmenschen der rote Teppich ausgerollt. Und wieder zeigte sich, dass die Medien nicht nur national, sondern international gleichgeschaltet waren. EFE beispielsweise titelte: „Bill Gates fordert eine globale Strategie gegen das Coronavirus.“ Der Mitbegründer der Firma Microsoft und zweitreichster Mann der Welt, der sich jetzt hauptsächlich seiner Stiftung widme, habe in der Zeitung El País eine globale Strategie gegen Covid-19 gefordert. Darin habe er unter anderem darauf hingewiesen, dass es zwar Unterschiede in der Art und Weise gebe, wie das Virus auf Menschen wirke, dass die Krankheit aber keine Unterschiede zwischen Nationalitäten mache. 

Dass die Regierungen sich auf die Suche nach lokalen Lösungen machten, sei nicht ausreichend. Denn die Situation zeige, dass sich das Virus wahrscheinlich bald in den armen Ländern ausbreiten werde, was die Tür für weitere periodische Ausbrüche öffne. Daher fordere Gates eine globale Antwortstrategie. Der Multimilliardär halte drei grundlegende Maßnahmen für notwendig, erklärte EFE beflissen. Wie eine angemessene Verteilung der medizinischen Ressourcen, je nach Kriterien der unterschiedlichen öffentlichen Gesundheitswesen, und eine angemessene Impfstoffforschung. Seine Stiftung arbeite derzeit gleichzeitig an etlichen Forschungslinien. Und nachdem der Impfstoff entwickelt sei, müsse dessen Produktion sowie die anschließende Versorgung aller Länder gewährleistet werden. Dies würde hohe Investitionen erfordern, die Teil „seiner globalen Strategie“ seien. Selbstverständlich ließ das Gates-Unterstützer-Blatt El País, auf das sich EFE berief, den Wohltäter persönlich zu Wort kommen, den Artikel durfte Gates selber schreiben[i]: „Seit 20 Jahren fordere ich die Politiker der Welt auf, in die Gesundheit der ärmsten Bevölkerungsgruppen zu investieren. Pandemien erinnern uns daran.“ Vor allen Dingen die armen Menschen werde es treffen, lamentierte Gates. 

Im totalen Gleichklang mit den spanischen Medien und im internationalen Gleichschritt stürmten auch die deutschen Qualitätsmedien im Auftrag von Gates der Zwangsimpfung entgegen. „Es braucht eine globale Anstrengung", titelte die Tagesschau am Ostersonntag[ii]. Und in den Tagesthemen kam Gates bei Ingo Zamperoni gleich über 9 Minuten zu Wort und durfte das sagen, was wir auch in Spanien oder den USA gelesen oder gehört hatten. „Die Epizentren werden in den kommenden Monaten in den Entwicklungsländern liegen.“ Man müsse davon ausgehen, dass die Zahl der Toten dort sehr viel höher liegen werde. Wegen der schlechteren Gesundheitssysteme und der schlechteren Voraussetzungen, eine Quarantäne organisieren und die Menschen isolieren zu können. 

„Ich und andere haben zwar schon 2015 auf die Möglichkeit einer Pandemie wie der jetzigen hingewiesen, und obwohl wir darüber gesprochen haben, welche katastrophalen Auswirkungen es haben könnte, wenn wir keine schnell einsatzbereiten Diagnostikmethoden, Medikamente und Impfstoffe haben, hat es leider nicht dazu geführt, dass die nötigen Vorbereitungen getroffen wurden“, beschwerte sich der hellsichtige Gates. Aber der Multimilliardär zeigte sich zuversichtlich, dass es in 18 Monaten einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird. „Normalerweise dauert es ungefähr fünf Jahre, einen neuen Impfstoff zu entwickeln, man muss ihn zuerst herstellen und ihn auf seine Unbedenklichkeit testen, dann muss man auch seine Wirksamkeit prüfen. Normalerweise baut man die entsprechenden industriellen Kapazitäten zur Herstellung erst auf, nachdem die sichere Verwendung und seine Wirksamkeit bestätigt wurden. Wir sind dabei, diese Zeitspanne auf 18 Monate zu komprimieren. Wenn alles super läuft, geht es vielleicht noch schneller.“

Eigentlich hätte sich jeder Qualitätsjournalist jetzt fragen müssen, warum die Impfstoffe plötzlich in Rekordzeit entwickelt und hergestellt werden konnten, ohne die späteren Impfkandidaten zu gefährden. Doch solche Zweifel hegte offensichtlich keiner von ihnen. Genauso unkommentiert durfte Gates verkünden: „Wir werden den Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen.“ Und als Zamperoni die Frage stellte, ob das bedeute, dass wir die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch so lange aufrechterhalten müssten, antwortete Gates: „Hoffentlich können wir schon zum Sommer einige Bereiche des Lebens wieder öffnen. Zu der Normalität vor Corona werden wir aber erst dann zurückkehren können, wenn wir entweder ein Wundermittel gefunden haben, das in 95 Prozent der Fälle hilft, oder wenn wir einen Impfstoff entwickelt haben. Wir werden eine Phase durchlaufen, während der ständig überlegt werden muss, können die Schulen ihren Betrieb wieder aufnehmen? Große Stadien werden vermutlich geschlossen bleiben. Gleichzeitig müssen die Tests weiterlaufen, damit man weiß, ob es irgendwo wieder einen Anstieg der Ansteckungen gibt.“ 

Jeder Restdenkende fragte sich sofort: Wer bitte hat Gates berechtigt, darüber zu entscheiden, ob und wann Einschränkungen in eigentlich demokratischen Staaten eingeführt, gelockert oder verschärft werden? War er ein vom Volk gewählter Staatschef? Die deutschen und spanischen Qualitätsjournalisten dagegen fragten sich absolut nichts. Stattdessen stellten sie ihrem Berufszweig ein Armutszeugnis aus, das trauriger nicht hätte ausfallen können. Sie taten wirklich alles, um die Bürger auf die weltweite Zwangsimpfung einzustimmen, die für Gates sozusagen eine Herzenssache ist. 

Auch Gates benutzte während seiner genial inszenierten Volksansprache in den öffentlich-rechtlichen Tagesthemen übrigens ständig dieses fabulöse Wort „wir“. Welche üblen Hintermänner hatte der Multimilliardär also noch um sich geschart? Einige mutmaßliche Delinquenten hatten wir in unserer Gruppe ja schon ins Auge gefasst, dennoch war das Puzzle noch nicht vollständig.

Bei so viel medialer Gleichschaltung war ich froh über einen Kommentar, den ein Leser oder eine Leserin auf der Website der Tagesthemen hinterlassen hatte: „Was auffällt ist, dass sich Herr Gates ohne medizinischen Background bewogen fühlt, permanent Statements zur Corona-Krise abzugeben. Dem aufmerksamen Beobachter entgeht nicht, dass er das bei der Schweinepest, der Vogelgrippe und Ebola ebenso gemacht hat. Gibt es da Zusammenhänge? Seine Stiftung hat in der Vergangenheit Impfstoffe gegen Viren zur Verfügung gestellt, das Gleiche strebt er ganz offensichtlich nun auch an. Warum setzt sich ein Softwarespezialist mit dem gelernten Bankkaufmann, heute bundesdeutscher Gesundheitsminister, Jens Spahn, zusammen an einen Tisch? Meine Recherchen, keine Verschwörungstheorien, ergeben weit mehr Aspekte.“ 

Damit hatte der aufmerksame Beobachter den Nagel auf den Kopf getroffen, unsere Recherchen ergaben das auch. Wir waren längst zu der Überzeugung gelangt, dass es dringend eine strafrechtliche Verfolgung gewisser Personen geben sollte. Auch für die Medienvertreter fand ich längst keine Entschuldigungen mehr, Ausflüchte waren nicht mehr möglich. Wie konnte es sein, dass gestandene Journalisten noch nie etwas von Gates’ Impf-Debakeln in Dritte-Welt-Ländern gehört hatten und diesbezüglich keine kritischen Meinungen hegten? Wie konnte es sein, dass bei ihnen keine Zweifel an der Corona-Inszenierung aufkamen? Darauf gab es nur eine Antwort: Es konnte nicht sein! Es war vollkommen ausgeschlossen. 

Mittlerweile war ich zu einem drastischen Ergebnis gekommen: Auch verantwortliche Verleger sowie die besonders dreisten Journalisten hatten es verdient, für ihre „geschriebenen Gräueltaten“ juristisch belangt zu werden. Denn die unglaublich durchdachte und hinterhältige Vorgehensweise der verantwortlichen Politiker, Wissenschaftler und Medienvertreter, die sich schon Monate vor dem Eintreten der Krise im Sinne von Gates positioniert hatten, konnte einfach kein Zufall zu sein.


[i]  https://elpais.com/elpais/2020/04/11/opinion/1586600730_628755.html

[ii] https://www.tagesschau.de/ausland/gates-corona-101.html